TSG Backnang Fußball 1919 e.V.

  • Die Volksbank Backnang präsentiert unsere Verbandsliga Mannschaft
  • hinten:
    Shqiprim Binakay, Sebastian Gleißner, Julian Geldner, Leon Maier, Thomas Doser, Marc Bitzer, Michl Bauer, Loris Maier, Patrick Tichy, Niklas Kalafatis
    Mitte:
    Rui Tiago Caldas de Carvalho, Team Koordinator Michael Quattlender, Betreuer Bernd Dannhäußer, Betreuer/Zeugwart Rolf Wörner, Torwart Trainer Marc Hess, Trainer Holger Ludwig, Co-Spielertrainer Mario Marinic, Physiotherapeut Volker Max, Mannschaftsarzt Dr.med. Jochen Nufer, Ressort Vorstand Marc Erdmann, Louis Wiesheu, Volksbank Vorstand Jürgen Schwab
    vorne:
    Benito Baez-Ayala, Niklas Pollex, Mert Tasdelen, Mika Wilhelm, Oguzhan Biyik, Marcel Knauß, Adnan Rakic, Marvin Zimmermann, Jannik Dannhäusser
    Es fehlt David Kienast
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Solo zweier Großkopfeter sorgt für Ärger!

In der Fußball-Oberliga haben die TSG Backnang und viele Konkurrenten kein Verständnis dafür, dass Spitzenreiter SGV Freiberg und Verfolger Stuttgarter Kickers mithilfe von städtischen Sondergenehmigungen den Trainingsbetrieb aufrechterhalten dürfen.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung vom 17.11.20

„Da wird immer Solidarität gefordert, doch wenn’s drauf ankommt, steht sich jeder selbst am Nächsten.“ Ein Satz, den TSG-Vorstandsmitglied Marc Erdmann vor allem auf die beiden Erstplatzierten in der Fußball-Oberliga gemünzt hat. Nachdem der Tabellenzweite Stuttgarter Kickers bereits vergangene Woche von der Stadt Stuttgart grünes Licht erhalten hat, den Trainingsbetrieb aufrechterhalten zu dürfen, haben nun die Stadt Freiberg und der dortige Sport- und Gesangverein, seines Zeichens mit fünf Punkten Vorsprung führender Spitzenreiter der Liga, nachgezogen. Sehr zum Missfallen der anderen 19 baden-württembergischen Fünftligisten, die die wegen der Coronapandemie verordnete Zwangspause bis mindestens Ende November einhalten müssen oder wollen.

Die Frage ist, wie lange noch, nachdem das Topduo aus der Reihe getanzt ist. Zumindest der 1. CfR Pforzheim hat bereits verlauten lassen, sich nun ebenfalls um eine Ausnahmegenehmigung zu bemühen. Die anderen Konkurrenten belassen es momentan bei teilweiser harscher Kritik. Zumindest der SGV fühlt sich deshalb offenbar nicht wohl in seiner Haut. Freibergs Pressesprecher Joachim Plemenik teilt mit, dass sowohl sein Verein als auch die Stadt nicht glücklich über die Uneinheitlichkeit in der Liga seien und eine landeseinheitliche Regelung befürworten würden, da die Oberliga in ganz Baden-Württemberg beheimatet ist. Plemenik erklärt dazu: „Sowohl der SGV als auch die Stadt Freiberg haben solch eine Klarstellung kurzfristig beantragt.“ Eventuell hat der noch unbesiegte Tabellenführer mit dieser Initiative ja mehr Erfolg als mit dem angeblichen Versuch, den auf Degerlochs Höhen beheimateten Verfolger davon abzuhalten, sich die Sondergenehmigung von der Stadt Stuttgart zu besorgen. Das zumindest behaupten Kenner der Szene. Sie berichten, dass Freiberg mit den Kickers ein sogenanntes Gentlemen’s Agreement treffen wollte, dass keiner der zwei großen Titelanwärter den Trainingsbetrieb aufnimmt und versucht, sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.

Für Marc Erdmann ist das Thema Wettbewerbsgleichheit ein Punkt. Ein anderer ist für ihn aber der gesundheitlich Aspekt. „Derzeit haben wir Coronahöchstwerte, da sind für mich solche Aktionen völlig unverständlich“, ärgert sich der 49-Jährige über die beiden Großkopfeten und legt nach: „Für mich ist es ein Unding, dass es solche Schlupflöcher überhaupt gibt.“ Dabei sei es ihm ziemlich egal, ob dies die Politik und Behörden oder der Verband möglich machen. Zudem ist es für den sportlichen Leiter des Tabellenzwölften aus den Etzwiesen auch eine Frage des eigenen moralischen Anspruchs: „Wie sollen wir solche Dinge unseren Kinder und Jugendlichen in den Vereinen erklären, denen wir sagen, dass sie derzeit nicht kicken dürfen.“

Wobei Erdmann nicht nur die Einschränkungen im Fußball und im Sport im Allgemeinen im Blick hat, sondern auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen. „Die Gastronomen und viele andere müssen leiden, haben extreme Einbußen.“ Da gehe es einfach nicht, dass Fußballvereine selbst in einer fünften Liga glaubten, über den Dingen zu stehen. Erdmanns klare Ansage: „Gesundheitliche Aspekte und Verantwortung sollten immer über allem stehen.“ Das Backnanger Vorstandsmitglied steht mit seiner Meinung nicht alleine da. Auch andere Vereine wie der SSV Reutlingen, der Freiburger FC und der FV Lörrach-Brombach ärgern sich über die Solotour der beiden Titelaspiranten, die damit auch die Empfehlung und Bitte der drei Fußballverbände Nordbaden, Südbaden sowie Württemberg, den Trainingsbetrieb vorläufig ruhen zu lassen, ad absurdum geführt haben. Richtig deutlich wird die Neckarsulmer Sport-Union, die auf ihrer Internetseite unkt: „Die Oberliga Baden-Württemberg steht vor der Zerreißprobe.“ Ganz so weit will Marc Erdmann noch nicht gehen. Er sagt: „Ich hoffe, dass die Vernunft am Ende siegt.“
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Die Oberliga-Fußballer der TSG Backnang kamen bei der zweiten Mannschaft des FC Astoria Walldorf über ein 2:2 nicht hinaus. Es war eine enttäuschende Vorstellung der Murrtaler, die nach dem sicheren Vorsprung drei sicher geglaubte Punkte kostete.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung vom 26.10.20 / Foto: A. Hornauer

Konstanz ist derzeit ein Fremdwort für die Elf von TSG-Trainer Holger Ludwig. Nach der Heimpleite gegen Pforzheim boten die Roten in Villingen ein starkes Spiel. Zwei Wochen später brachten die Etzwiesenkicker beim biederen FC Astoria Walldorf II ein 2:0 nicht über die Zeit.

Die wenigen mitgereisten TSG-Fans schüttelten am Ende nur ungläubig den Kopf. Aber auch die Mitstreiter um Kapitän Oguzhan Biyik verließen wie begossene Pudel nach dem Schlusspfiff das Spielfeld. Ursachenforschung war angesagt. Jedoch das coronabedingte Fehlen von Michl Bauer und Julian Geldner taugte als Entschuldigung für eine nicht nachvollziehbare Vorstellung nur wenig. Thomas Doser rückte für Bauer in die Dreierkette, davor nahm Marvin Zimmermann den Platz von Geldner ein. Ansonsten vertraute Holger Ludwig auf die in Villingen erfolgreiche Formation.

Die tat sich aber schwer, ins Spiel zu finden. In der ersten Viertelstunde hatten die Murrtaler sogar Glück, nicht in Rückstand zu geraten. Nach 13 Minuten ging Walldorfs Dawda Sanneh bei einem Zweikampf mit Shqiprim Binakaj im Strafraum der Gäste zu Boden. Es hätte sich niemand darüber beschweren können, wenn der Schiedsrichter in dieser Situation auf Elfmeter für die Hausherren entschieden hätte. Zwei Zeigerumdrehungen später zog Bleart Dautaj aus zwölf Metern ab, doch vom linken Pfosten prallte die Kugel zurück ins Feld.

Erst jetzt wachten die Backnanger auf. In der 17. Minute wurde ein Schuss von Marvin Zimmermann von der Strafraumgrenze zur Ecke abgewehrt. Den anschließenden Eckball von Biyik beförderte der aufgerückte Doser per Kopfball zur 1:0-Führung ins Walldorfer Gehäuse. Für Beruhigung im Spiel der Etzwiesenelf sorgte dieser Treffer allerdings nicht. Vieles blieb Stückwerk. Einmal mehr bewahrheitete sich die Erkenntnis: Fußball ist ein Laufspiel. Und da hatten die Einheimischen stets die Nase vorn. Spielerisch boten die Roten mehr. So mühten sich die Backnanger mehr schlecht als recht zum Pausentee, wobei Binakaj nach einer halben Stunde beinahe ein Treffer gelungen wäre. Doch FC-Torhüter Oliver Seitz klärte zum Eckball.

Zwei Minuten nach dem Wechsel jubelten die Gäste erneut. Eine feine Rechtsflanke von Niklas Pollex verwertete Mario Marinic per Flugkopfball zum 2:0. Damit ist die Suppe gegessen, meinten irrtümlicherweise nicht nur die Zuschauer, auch die TSG-Spieler gaben sich damit zufrieden. Für die angeschlagenen Zimmermann und Pollex kamen kurz darauf Jannik Dannhäußer und Louis Wiesheu. Nach einer Stunde hatte der frei stehende Doser eine Riesenchance, aber Walldorfs Keeper klärte erneut.

In der 65. Minute köpfte der von der TSG-Abwehr völlig vergessene Joshua Best nach einer Ecke den Anschlusstreffer. Die erwartete Offensive der Platzherren blieb danach aber aus. Die Roten kontrollierten das Geschehen, vergaßen aber nachzulegen. In der Schlussphase wurde es aber spannend. In der 87. Minute hatte Marinic nach einem Querpass von Loris Maier einen weiteren Treffer auf dem Fuß, doch ein Walldorfer klärte. Eine Zeigerumdrehung später sorgte der von der TSG-Abwehr alleine gelassene Benjamin Hofmann fürs 2:2. Fassungslosigkeit herrschte unter den TSG-Anhängern, die in der Nachspielzeit noch eine Riesenmöglichkeit des eingewechselten Caldas de Carvalho und danach eine gute Chance der Gastgeber registrierten.

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Ausbeute stimmt Ludwig nicht zufrieden!

Das Interview: Für den Trainer der Backnanger Oberliga-Fußballer hat seine Elf in den ersten neun Partien mindestens vier Punkte verschenkt, obwohl die Leistung in vielen Spielen gepasst hat. Der TSG-Coach fordert für jedes Spiel 100 Prozent Einsatz ein.

 

Quelle: Backnanger Kreiszeitung vom 09.10.20 - Uwe Flegel / Foto: A. Becher

Backnangs Oberliga-Fußballer absolvieren am Samstag ab 15.30 Uhr beim FC 08 Villingen ihr zehntes Saisonspiel. Der Aufsteiger hat dann ein Viertel der Runde hinter sich. Die Bilanz nach den ersten neun Partien lautet acht Punkte und Rang 14. Damit steht der Neuling aus den Etzwiesen ganz knapp über dem Strich. Trainer Holger Ludwig und seine Elf hätten das Saisonziel Nichtabstieg geschafft, trotzdem ist der Coach mit der bisherigen Saison nicht völlig einverstanden, wie er im Interview mit unserer Zeitung gesteht. Und das liegt nicht nur an der jüngsten 0:4-Heimniederlage gegen den 1. CfR Pforzheim.

Herr Ludwig, wie hätte Ihre bisherige Saisonbilanz denn gelautet, wenn wir uns eine Woche oder ein Spiel früher getroffen hätten?

Mein Fazit vor dem Pforzheim-Spiel wäre nicht groß anders gewesen wie nach dem 0:4. Denn schon zuvor hätte ich gesagt, dass ich mit dem Saisonstart nicht ganz zufrieden bin, was die Punkte angeht. Wir haben minimum vier Zähler zu wenig auf dem Konto. Dass ein Spiel wie Pforzheim nun besonders wirkt, das ist selbstverständlich.

Aber es war bislang ja nicht alles schlecht.

Als Trainer muss ich meine Einschätzung zunächst einmal an den Punkten festmachen. Selbstverständlich muss ich aber auch die Leistungen der einzelnen Spiele im Blick haben. Und da gab es Partien gegen namhafte Gegner, in denen wir gute Auftritte hatten. Unterm Strich zählen jedoch Punkte. Da hatten wir vor Pforzheim zu wenig und das hat sich danach leider nicht geändert.

 

Was war der Grund für die vielleicht erste richtig schwache Leistung der Runde?

Ich habe sogar schon mehrere schwache Leistungen gesehen, wenn ich ehrlich bin. Am Samstag war’s auf jeden Fall eine. Dabei sind wir gar nicht so schlecht aus der Kabine gekommen. In den ersten Minuten hat man gesehen, dass unser Plan hätte aufgehen können. Dann haben wir aber versäumt, die nötigen Zweikämpfe zu führen, die nötige Laufbereitschaft an den Tag zu legen, und wir haben sehr viele individuelle Fehler gemacht, die uns den Spielverlauf so ein wenig über den Haufen geworfen haben.

Aber insgesamt waren die ersten neun Partien ja nicht so schlecht, klammert man den Fakt aus, dass es für die guten Leistungen zu wenig Punkte sind?

Ich habe schon hohe Ansprüche ans Team, obwohl ich natürlich weiß, dass wir als Neuling in jedem Spiel unsere 100 Prozent abrufen müssen. Teilweise haben wir uns aber auch dann nicht zu 100 Prozent belohnt und sind mit einem Unentschieden raus, obwohl wir hätten gewinnen können. Deshalb eben diese vier Punkte, die ich gerne mehr hätte. Dann wäre ich auch mit der tabellarischen Situation zufrieden.

Wirkt es vielleicht auf die Mannschaft teilweise etwas trügerisch, dass viele Konkurrenten in der TSG den stärksten Aufsteiger sehen?

Wir wissen ja um diese Dinge und wir wissen, wo wir herkommen. Von daher erinnern wir unsere Mannschaft immer wieder daran, dass wir in jedem Spiel neu beginnen müssen, den Kampf anzunehmen. Ein Stück weit besteht das Risiko vielleicht, weil wir ein Team sind, das, wenn es gut läuft, sehr viele spielerische Lösungen finden will. Von der Grundphilosophie wollen wir einen ansehnlichen Fußball spielen. Was aber nicht heißt, dass wir deshalb zuvor nicht die sogenannten deutschen Tugenden an den Tag legen müssen. Fehlen die, wird es eben auch schwierig, eine spielerische Komponente mit reinzubringen.

Welche der bisherigen Saisonpartien hat Sie denn am meisten geärgert?

Die Niederlage in Freiburg. Zum einen mit Blick auf die Tabelle, weil der FFC für uns eine direkte Konkurrenz ist, zum anderen aber auch die Art und Weise. Wir haben da die ersten Minuten völlig verschlafen, lagen zur Halbzeit zu Recht zurück und haben es nach der Pause trotz einer deutlichen Steigerung nicht geschafft, die Partie noch ins Positive zu drehen. Die Punkte fehlen uns mit Sicherheit ebenso wie die vom Heimspiel gegen Oberachern. Da waren wir die klar bessere Mannschaft, haben eine gute Leistung an den Tag gelegt und trotzdem nur 1:1 gespielt.

Und welches Spiel hat Ihnen bislang am meisten Spaß gemacht?

Das ist relativ einfach. Die Heimspiele gegen Freiberg und die Stuttgarter Kickers. Das waren wirklich ansehnliche Leistungen, die jeweils mit einem Punkt belohnt wurden. Am meisten freue ich mich aber über die drei Zähler in Lörrach, obwohl das Spiel nicht annähernd so gut war wie die oben genannten Partien. Aber für einen Trainer zählen zunächst einmal halt vor allem Punkte.

Die TSG hat nun ein schweres Auswärtsspiel vor sich. Haben Sie Angst, in eine Abwärtsspirale zu geraten, wenn Villingen schiefgeht, oder muss ein Aufsteiger damit rechnen, mal zwei, drei Spiele in Folge zu verlieren?

Aus rein tabellarischer Sicht ist beides gefährlich. Vor allem, wenn man dann in so eine Spirale gerät. Andererseits muss ich als Trainer auch die Art und Weise beurteilen, muss schauen, wie die Niederlage zustande gekommen ist. Gab es die Niederlage gegen einen extrem starken Gegner, oder hat man vielleicht ein bisschen das Spielglück nicht gehabt. Je nachdem gehe ich mit der Situation natürlich anders um, stelle mich anders vor die Mannschaft, als wenn ich mit der Leistung unzufrieden bin. Aber klar ist, dass wir schon schauen müssen, kontinuierlich zu punkten, um erst gar nicht erst in eine Negativspirale zu geraten.

Sie haben vor der Saison gesagt, wie wichtig die Breite des Kaders angesichts von 40 Saisonspielen sein wird. Deshalb wurde sie entsprechend verbessert. Die Partie gegen Pforzheim hat nun aber gezeigt, dass erfahrene Spieler wie Kapitän Oguzhan Biyik nur schwer zu ersetzen sind. Das gilt ja auch für Mario Marinic, der bereits wieder fünf der zehn bisherigen Saisontreffer erzielt hat, oder?

Das hat auch viel mit der Vita und der Erfahrung solcher Spieler zu tun. Solche Akteure braucht jedes Oberliga-Team. Von daher war es mir auch wichtig, Mario als Co-Trainer auf dem Spielfeld zu haben. Und Oz als Kapitän habe ich auch relativ schnell in seinem Amt bestätigt. Beide sind ganz wichtig für uns. Aber die Jungs drumherum müssen mehr Verantwortung übernehmen und wir haben solche Spieler im Kader, die das ja auch können.

Wie würden Sie Ihre Mannschaft überhaupt beschreiben?

Sie ist überaus willig, zu lernen und neue Dinge anzugehen. Es ist ein Team, das im Training gut mitzieht. Diese Grundbereitschaft ist absolut da. Wir haben zudem auch junge Spieler, die enorme Qualität mitbringen. Von daher bin ich mit der Zusammenstellung der Mannschaft zufrieden. Aber wir müssen eben schon schauen, dass wir die Leistung am Wochenende auf den Platz kriegen.

Dabei könnten Verstärkungen ja helfen. Wenn Sie dürften, wo würden Sie nachlegen?

Es ist jetzt nicht so, dass ich positionsgetreu große Wünsche äußern oder ich mir gerne einen Wunschspieler backen würde, aber wir haben diese Saison bekanntlich mehr Spiele als in jeder Runde zuvor und wir haben ja immer wieder über die Bedeutung einer guten Breite im Kader gesprochen. Deshalb wenn ich Wünsche frei hätte, dann für jeden Mannschaftsteil einen zusätzlichen Spieler. Das heißt einen für die Defensive, einen im zentralen Mittelfeld und einen ganz vorne, der meinen Co-Trainer noch ein bisschen mehr unterstützt und ein paar Minuten zusätzlich Freiraum gibt. Auch um einfach diesen Druck auf die erste Elf Woche für Woche immer hoch zu halten.

Mit Michl Bauer kommt ein sogenannter Langzeitverletzter zurück. Einer, der trotz seiner erst 21 Jahre schon gezeigt hat, dass er die Abwehr organisieren kann. Wie wichtig ist das?

Absolut wichtig. Mich freut, dass er nun das zweite Mal im Kader war und jetzt das erste Mal wieder gespielt hat. Es zeigt die positive Entwicklung. Er hatte in der Aufbauphase ein, zwei kleine Rückschläge. Die waren muskulär bedingt, da er nach der extrem langen Verletzungspause keine Vorbereitung hatte, er aber relativ schnell wieder versucht hat, am Mannschaftstraining teilzunehmen. Wir wissen um seine Qualität und wir wissen um seine Wichtigkeit. Ich glaube auch, dass er weiß, dass wir ihn absolut wertschätzen und in Zukunft wieder auf ihn bauen können.

ZUR PERSON

Holger Ludwig wurde am 22. Dezember 1981 geboren, wohnt mit seiner Familie in Höpfigheim und arbeitet als Sport-, Mathe- und Biologielehrer an der Gemeinschaftsschule Schwieberdingen/Hemmingen.

 Als Steppke begann er beim SGV Freiberg mit dem Fußball, durchlief dort alle Jugendmannschaften und war anschließend auch im Aktivenbereich für den SGV am Ball. In Freiberg spielte er wie auch bei seiner anschließenden Station FSV 08 Bissingen viele Jahre in der Oberliga.

 Seine ersten Erfahrungen als Coach sammelte er bei 07 Ludwigsburg als Spielertrainer. Vor seinem Engagement bei der TSG führte Holger Ludwig den TSV Heimerdingen von der Landes- in die Verbandsliga.

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Karrieren abseits des Sports (5): Auf dem Fußballplatz personifiziert Mario Marinic als Torgarant des Oberligisten TSG Backnang die Abteilung Attacke, als Versicherungsfachmann federt er die Lebensrisiken seiner Kunden ab und baut mit ihnen fürs Alter vor.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung vom 14.11.20 / Foto: TSG Backnang 
 

War ihm das überhaupt bewusst, wie weit seine Herangehensweisen als Sportler und am Arbeitsplatz auseinanderklaffen? „Darüber habe ich noch nie nachgedacht“, entgegnet Marinic und lacht, „aber es stimmt: Auf dem Rasen soll ich beim Gegner für Verunsicherung sorgen, hier im Büro bin ich für die Absicherung von Lebensrisiken zuständig.“ Von A wie Autoversicherung bis Z wie Zahnzusatzversicherung könne er seinen Kunden als stellvertretender Geschäftsstellenleiter einer Agentur in Waiblingen das gesamte Portfolio anbieten. Nur die Lebensversicherung, die er als Torgarant für die Roten darstellt und die er für seine Ex-Vereine auch schon gewesen ist, „ist in der Branche nicht mehr so präsent. Man spricht eher von Rentenversicherung oder von Vorsorge im Allgemeinen.“

Für den Entschluss, nach der mittleren Reife den kaufmännischen Berufsweg einzuschlagen und mit einer Bankausbildung zu starten, gibt es vor allem drei Erklärungen. Zum einen hat der Schwabe mit kroatischen Wurzeln, der mit seinen Füßen so präzise Schüsse abfeuern kann, kein Problem mit dem Eingeständnis, mit den anderen Extremitäten ungeschickt zu sein: „Ich habe zwei linke Hände und bin froh, wenn ich ein Ikea-Regal zusammenbauen kann.“ Etwas Handwerkliches machte also keinen Sinn, dazu hatte es dem Teenager die Berufskleidung angetan: „Der Anzug macht was her, das war mir als 16-Jähriger nicht unwichtig.“ Nicht zuletzt legte er wie sein Elternhaus Wert darauf, sich eine solide Basis im Job zu schaffen, um den Rücken für den Versuch freizuhaben, auch im Fußball möglichst weit zu kommen.

Alles der Jagd nach dem runden Leder unterzuordnen, kam für Marinic aber lange nicht infrage. Nach der Jugendzeit beim FSV Waiblingen und dem SV Fellbach sowie dem Sprung zu den Aktiven beim SVF, der nach dem Verbandsliga-Abstieg in der Landesliga kickte, wechselte er mit 19 sogar nach Oeffingen in die Bezirksliga, um sich noch besser auf die einjährige Zusatzqualifikation zum Versicherungsfachmann konzentrieren zu können. Seit der heute 36-Jährige dieses Papier in der Tasche hat, steht er in Diensten der Sparkassenversicherung. Auch als Spieler ist er eine treue Seele, seit 2012 geht er für Backnang auf Torejagd. Keine Selbstverständlichkeit, „heutzutage ist im Sport und im Beruf alles viel schnelllebiger“, weiß Mario Marinic mit Blick auf Kollegen und Mitspieler.

Sechs Monate in Aalen bleiben der einzige Abstecher ins Profigeschäft.

Er selbst bildete sich innerhalb der Firma weiter, wollte aber nicht nochmals die Schulbank drücken, „weil ich den Fußball als zweites Standbein hatte und es zeitlich schwierig geworden wäre“. Nach vier Jahren Oeffingen mit je zwei Auf- und Abstiegen kehrte der Stürmer nach Fellbach zurück und tat, was er immer tat: Er machte Buden wie am Fließband. Im Januar 2010 wollte ihn der VfR Aalen, denn „ich hatte eine überragende Vorrunde hinter mir und wurde mit 23 Treffern, so meine ich, sogar Landesliga-Torschützenkönig“. Und dies, obwohl er dem Lockruf des damaligen Regionalligisten folgte und damit nur halb so viele Partien wie die Angreifer aller Ligarivalen absolviert hatte. „Das war der erste und letzte Versuch, hauptsächlich mit dem Fußball Geld zu verdienen“, erinnert sich Marinic, dafür sei es mit 25 „fast zu spät“ gewesen. Zu Oeffinger Zeiten hatten die Kickers mit ihrem damaligen Trainer Robin Dutt, der VfB II mit Rainer Adrion und Spielern wie Adam Szalai oder die aufstrebenden Heidenheimer mit den Machern Holger Sanwald und Frank Schmidt ein Auge auf ihn geworfen. Weil der Torjäger auf dem Platz zwar gerne Dribblings mit ungewissem Ausgang wagt, abseits davon jedoch ein hohes Sicherheitsbedürfnis hat, scheute er immer wieder das Risiko.

Erst für Aalen machte Marinic die Ausnahme, ließ sich vom Arbeitgeber vorübergehend freistellen. Nach Startschwierigkeiten bekam er Kurzeinsätze in der Liga, im Pokal traf er beim 7:0 gegen Bissingen dreimal. Es lief gut, doch nach einem Mittelfußbruch im Halbfinale war er „außen vor“. Aalen stieg in die Dritte Liga auf, Marinic kehrte nach sechs Monaten zum Landesligisten Fellbach und ins Büro zurück. Es blieb sein einziger Profiversuch, aber der Ehrgeiz war ungestillt. Ihn zog es zu Neckarrems in die Oberliga und 2012 nach Backnang, wo er sportlich heimisch wurde und entscheidend mithalf, dass die TSG mittlerweile gute Karten hat, sich in der Oberliga zu etablieren. In dieser Runde hat er auch schon siebenmal getroffen.

Sport und Beruf unter einen Hut zu bekommen, gelingt ihm gut. „Ich konnte mir die Zeit schon immer selbst einteilen und bin daher sehr flexibel“, sagt Marinic, der spätestens um 8 Uhr im Büro ist und montags, dienstags und donnerstags ab 18 Uhr keine Termine vereinbart, um trainieren zu können. Vorher geht’s meist kurz heim, um die Sporttasche zu holen, deshalb kriegen ihn die Teamkameraden selten im feinen Zwirn zu sehen. Seine Frau akzeptiere das zeitaufwendige Hobby, „darüber bin ich froh“, aber trotzdem stellt sich die Frage, wie lange der werdende Papa noch kicken will. „Ich fühle mich gut, das rechte Knie macht keine Probleme“, sagt Marinic. „Es ist nicht selbstverständlich, nach einem Knorpelschaden mit 34 Jahren nochmals zu alter Form zurückzufinden.“ Bei ihm hat es geklappt, nun „will ich selbst entscheiden, wann ich aufhöre, und mir das nicht von Corona oder vom Knie diktieren lassen. Es macht mir Spaß und ich habe weiterhin den Ehrgeiz und die Motivation. Wir werden im Frühjahr weitersehen.“

Ohne Fußball wird es bei Mario Marinic ohnehin nie gehen, den weichen Übergang ins Trainergeschäft habe er als spielender Assistenzcoach ja schon eingeläutet. „Irgendwann werde ich an der Seitenlinie stehen“, kündigt er an, und damit Verantwortung für das große Ganze tragen – wie er es im Beruf bereits seit einiger Zeit tut.

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Backnangs Abwehrchef setzt Zeichen!

Michl Bauer verlängert beim Fußball-Oberligisten seinen Vertrag bis Sommer 2023. TSG-Vorstandsmitglied Marc Erdmann hofft, dass die Unterschrift des 21-Jährigen Signalwirkung hat. Am Samstag wartet für die Etzwiesenelf das Auswärtsspiel bei Walldorf II.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung vom 23.10.20 / Foto: A. Hornauer

Bei der 0:4-Heimniederlage gegen Pforzheim am 3. Oktober feierte er seine Saisonpremiere, vor zwei Wochen beim 2:1 der Backnanger Oberliga-Fußballer in Villingen stand er nach seiner langen Verletzung das erste Mal wieder in der Startelf. Nun hat Michl Bauer noch vor dem Auswärtsspiel der Schwaben beim Vorletzten FC Astoria Walldorf II (Samstag, 15.30 Uhr, Dietmar-Hopp-Sportpark) seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag verlängert und sich bis zum 30. Juni 2023 an die TSG gebunden. Das für die erste Mannschaft zuständige Vorstandsmitglied Marc Erdmann freut sich über die Einigung: „Wir sind überzeugt, dass er die Zukunft unseres Vereins als Führungsspieler mitprägen wird.“ 

Gerade mal 21 Jahre ist Michl Bauer alt. Dennoch zählt der in Weissach wohnende und aufgewachsene Innenverteidiger nicht erst seit dieser Saison zu den sogenannten Leistungsträgern. Daran änderte sich auch nichts, als er sich vor fast einem Jahr beim 1:3 in Rutesheim, die einzige Backnanger Niederlage in der abgebrochenen Verbandsliga-Saison, den Mittelfuß brach und sich die Genesung nun doch viel länger als geplant hinzog. Der kopfballstarke Abwehrspieler, der im Sommer 2017 zunächst als Leihspieler vom damaligen Drittligisten SG Sonnenhof Großaspach in die Etzwiesen kam, galt und gilt als gesetzt. Ist er fit, muss schon viel passieren, dass Bauer nicht in der Anfangsformation steht.

Entsprechend froh sind die Verantwortlichen des Oberligisten, dass der Defensivexperte, der trotz seiner jungen Jahre von den TSG-Fans dieses Frühjahr in die Backnanger Jahrhundertelf gewählt wurde, seine Zukunft beim Traditionsverein aus dem Murrtal sieht. Marc Erdmann erzählt: „Michl hat uns bereits sehr frühzeitig signalisiert, dass er verlängern würde, da er von der Entwicklung des Vereins in den vergangenen Jahren sehr angetan ist. Zudem fühlt er sich auch innerhalb der Mannschaft sehr wohl und möchte künftig noch mehr Verantwortung im Team übernehmen.“

Der Spieler selbst ist dazu durchaus bereit und fühlt sich bei der TSG auch richtig wohl. „Sonst hätte ich auch nicht verlängert.“ Wobei seine lange Verletzung in dem Fall durchaus auch positiv für den Verein war, schließlich „gab es davor auch von anderen Klubs Interesse“. Dann kamen Rutesheim und anschließend mehr als elf Monate Kampf um die Rückkehr aufs Spielfeld. Nun sagt der 1,90 Meter große Fußballer: „Ich fühle mich wieder fit.“ Dass er damit nicht völlig falsch liegt, bewies der Backnanger Abwehrorganisator trotz seiner fehlenden Spielpraxis bereits in Villingen.

Für Marc Erdmann kam das nicht überraschend, hält er doch große Stücke auf den einstigen Jugendspieler der SG Sonnenhof Großaspach: „Michl hat sich in den letzten ein, zwei Jahren auf und neben dem Platz nochmals weiterentwickelt. Zudem stammt er hier aus der Region.“ Das wiederum ist vielleicht ein Grund dafür, weshalb der Vertrag ligen-unabhängig gilt. Für einen Aufsteiger wie die TSG Backnang nicht unwichtig. Überhaupt misst das 49-jährige Vorstandsmitglied dieser Einigung eine recht große Bedeutung bei, hofft der sportliche Leiter Erdmann doch: „Diese frühe Entscheidung und Verbundenheit zum Verein hat sicherlich auch eine Signalwirkung an die anderen Jungs.“

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Derbe Ohrfeige für die TSG!

Aufsteiger aus dem Murrtal zeigt in der Fußball-Oberliga seine bislang schwächste Saisonleistung und verliert zu Hause gegen Pforzheim mit 0:4. Torwart Marcel Knauss noch bester Backnanger.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung vom 05.10.20 / Foto: Alexander Becher

Das war nichts, absolut gar nichts. Die Etzwiesenelf bereitete ihren Anhängern im Heimspiel eine herbe Enttäuschung. Nach der bisher schwächsten Saisonleistung gingen die Oberliga-Fußballer der TSG Backnang gegen den 1. CfR Pforzheim 0:4 unter. Nur Torhüter Marcel Knauss hatten es die Backnanger zu verdanken, dass sich das Debakel in Grenzen hielt, waren die Murrtaler doch nur in den ersten zehn Minuten mit den Gästen aus Nordbaden auf Augenhöhe.

Dabei hatte Trainer Holger Ludwig weitestgehend auf die Startformation gesetzt, die am Wochenende zuvor in Rielasingen-Arlen eine weitgehend befriedigende Leistung abgeliefert hatte. Lediglich Patrick Tichy hatte mit muskulären Problemen passen müssen. Für ihn rückte Marc Bitzer in die Innenverteidigung.

Gegen Pforzheim ließen die Roten viel von dem vermissen, was dem Team bisher viel Lob von den gegnerischen Mannschaften eingebracht hatte. Unerwartete Fehler im Spielaufbau, fatale Ausrutscher in der Verteidigung riefen bei den TSG-Fans Kopfschütteln hervor. Nicht einmal der einfachste Pass sollte gelingen. Bestes Beispiel war nach zwölf Minuten ein Ausrutscher von Thomas Doser, den TSG-Keeper Knauss mit einem tollen Reflex gegen Salvatore Catanzano gerade noch ausbügeln konnte.

In der 25. Minute patzte erneut Doser bei einem Rückpass, doch dieses Mal konnte Knauss nicht mehr eingreifen. Marco Rienhardt bedankte sich artig für das unverhoffte Geschenk und netzte zur 1:0-Führung der Gäste ein. Das Unheil nahm seinen Lauf. Die Platzherren kamen überhaupt nicht ins Spiel und hatten in der 33. Minute Dusel, dass Knauss gegen den durchgebrochenen Rienhardt per Fußabwehr rettete. Sekunden vor der Pause war jedoch auch Backnangs Torhüter machtlos. Nach einer Ecke köpfte Maurizio Macorig unbedrängt zum 2:0 ein. Die Backnanger Hintermannschaft stand tatenlos Pate bei diesem Treffer.

Wer aufseiten der Einheimischen auf Besserung in der zweiten Hälfte gehofft hatte, wurde bitter enttäuscht. Ludwig brachte mit Michl Bauer und Patrick Tichy zwar frische Kräfte, die ihrem Team jedoch kein Leben einhauchen konnten. Es fehlte der Taktgeber im Mittelfeld und einmal mehr vermisste man mit Oguzhan Biyik den Kapitän, der in solchen Situationen oftmals seine Mitstreiter wachrüttelt. Niklas Pollex versuchte es in der 49. Minute mit einem Schuss von der Strafraumgrenze, den Gästekeeper Kevin Rombach zur Ecke klären konnte. Danach war im Angriff der Roten Sendepause. Pforzheim sorgte für die Höhepunkte. So in der 58. Minute, als die TSG-Abwehr für Rienhardt bereitwillig Platz machte, der sich nicht zweimal bitten ließ und zum 3:0 traf. Damit war die Messe nach einer Stunde gelesen. Für die Gastgeber ging es jetzt nur noch darum, ein richtiges Debakel zu verhindern.

Pforzheim schaltete einen Gang zurück, ohne jedoch in Gefahr eines Gegentreffers zu kommen. Die Hausherren agierten viel zu brav und umständlich. In der 81. Minute hatte der gerade erst eingewechselte Armin Cmkic eine Riesenchance, doch erneut bewies Knauss seine Klasse. Sechs Minuten später war der Backnanger Torhüter gegen den frei stehenden Stanley Ratifo jedoch machtlos. Das 4:0 für Pforzheim war auch in der Höhe verdient. Die TSG war am Ende froh, dass die Gäste mit ihren Chancen so fahrlässig umgegangen waren.

Stimmen zum Spiel – TSG-Trainer Holger Ludwig: „Nur zu Beginn waren wir im Spiel. Der Gegner hat aber seine Chancen konsequent genutzt. In der zweiten Hälfte hat Pforzheim viel mehr investiert und wir können uns bei unserem Torhüter Marcel Knauss bedanken, dass wir nicht noch höher verloren haben.“

Oguzhan Biyik, verletzter Kapitän der TSG Backnang: „Wir haben unsere Eigenschaften nicht annähernd auf den Platz gebracht. So kannst du in der Oberliga jedenfalls nicht bestehen. Leidenschaft und Zweikampfstärke haben komplett gefehlt. Ich muss unbedingt schauen, dass ich nächste Woche wieder mitspielen kann. Von außen kann man keine Impulse geben.“

TSG Backnang: Knauss – Leon Maier, Doser (46. Bauer), Bitzer, Dannhäußer – Geldner (56. Zimmermann), Wiesheu – Loris Maier (73. Tasdelen), Pollex, Kalafatis (46. Tichy) – Marinic.

1. CfR Pforzheim: 1.CfR Pforzheim: Rombach – von Nordheim, Cristescu, Marcorig, Sailer – Türköz, Münst – Ratifo, Varese (71. Redekop) – Catanzano (88. Böhm), Rienhardt (80. Cmkic).

Tore: 0:1 (25.) Rienhardt, 0:2 (45.) Macorig, 0:3 (58.) Rienhardt, 0:4 (87.) Ratifo. – Schiedsrichter: Wilke (Merzhausen). – Zuschauer: 250.

 

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Etzwiesenteam fertigt Titelanwärter ab!

Fußball-Oberligist TSG Backnang feiert den ersten Heimsieg der Saison mit einem fulminanten 5:2 gegen den Aufstiegskandidaten FSV 08 Bissingen. Bis zur Pause hatten Niklas Pollex, Loris Maier und Mario Marinic den Grundstein zum verdienten Sieg gelegt.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung vom 29.10.20 / Foto: Sascha Feuster

Fünf Anläufe hat es gebraucht, bis die Backnanger Fußballer ihren ersten Heimsieg in den Etzwiesen in der noch jungen Oberliga-Saison feiern durften. Ausgerechnet gegen den hochgehandelten Titelkandidaten aus Bissingen boten die Roten gestern Abend eine ihrer bisher besten Leistungen. Die TSG-Anhänger waren beim Flutlichtspiel auf dem Kunstrasen begeistert und verabschiedeten ihr Team mit lang anhaltendem Applaus in die Kabine. TSG-Coach Holger Ludwig überraschte die Backnanger Fans mit einer neuen Variante in der Defensive. Aus der Abwehrkette wurde Marc Bitzer weiter nach vorne gezogen, wo der Zugang vom TSV Heimerdingen zusammen mit Kapitän Oguzhan Biyik eine überragende Partie ablieferte. 

Gleich zu Beginn der Begegnung hatten die Gastgeber allerdings Riesenglück, denn ein Freistoß von Yannick Toth aus 18 Metern knallte an den Backnanger Querbalken. Die Platzherren schüttelten sich nur kurz und bliesen zum Angriff. Vor allem die Maier-Zwillinge stellten die Gäste vor so manches Problem. Nach fünf Minuten passte Leon Maier millimetergenau auf den gestarteten Niklas Pollex, der sicher zur 1:0-Führung einschießen konnte. Der Jubel bei den Fans war noch im Gange, schon zappelte das Leder erneut im Kasten der Elf von FSV-Trainer Alfonso Garcia. Loris Maier spielte mit der Gästeabwehr Katz und Maus und vollendete zum 2:0.

Bissingen war geschockt und hatte Glück, als Mario Marinic nach zehn Minuten von der Strafraumgrenze knapp vorbei zielte. Pech hatte nach 19 Minuten Biyik mit seinem Freistoß aus 20 Metern, der am linken Pfosten landete. Die Hausherren gaben den Ton an und waren läuferisch sowie kämpferisch den favorisierten Gästen überlegen. Drei Minuten vor dem Pausenpfiff passte der starke Bitzer auf Shqiprim Binakaj, der legte quer zu Marinic und der TSG-Torjäger verwertete die Vorlage zur 3:0-Führung.

Der Bissinger Coach Alfonso Garcia war bei seiner Rückkehr nach Backnang, er hat die TSG in früheren Jahren trainiert, alles andere als zufrieden mit dem Auftritt seiner Elf. Anders lassen sich seine Wechsel für den zweiten Abschnitt nicht erklärten. Gleich vier Akteure blieben in der Kabine. Aber eine Besserung im Spiel der Gäste war zunächst nicht zu erkennen, denn schon vier Zeigerumdrehungen nach dem Wiederanstoß passte Bitzer überlegt zu Leon Maier, der zum 4:0 abschließen konnte. Erst jetzt ließen es die Roten etwas ruhiger angehen. Bissingen bekam nun Oberwasser und kam nach einem Fehler von TSG-Keeper Marcel Knauß in der 68. Minute zum 1:4 durch den eingewechselten Alexander Götz. Die Etzwiesenelf verlor kurz den Faden und fing sich nur drei Minuten später das 2:4 durch den ebenfalls eingewechselten Roman Kasiar ein.

Noch waren 20 Minuten zu spielen und dem Backnanger Anhang wurde es schon mulmig. Aber 120 Sekunden nach dem zweiten Gegentreffer sorgte Mert Tasdelen nach einer schönen Einzelleistung für das 5:2 der Platzherren. Damit war die Partie eine Viertelstunde vor Schluss entschieden. Der FSV Bissingen steckte zurück. Und die von Thomas Doser und Patrick Tichy glänzend organisierte Hintermannschaft ließ die Gästeangreifer nicht mehr zur Entfaltung kommen.

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Etzwiesenteam von Beginn an hellwach!

Die Fußballer der TSG Backnang jubeln im Schwarzwald über ihren zweiten Saisonsieg in der Oberliga. Beim verdienten 2:1-Erfolg beim FC 08 Villingen sorgten Niklas Pollex und Loris Maier für die entscheidenden Tore der Mannschaft aus den Etzwiesen.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung vom 12.10.20 / Foto: N. Schoch

Wie verwandelt präsentierten sich die Oberliga-Fußballer der TSG Backnang beim Sieg in Villingen nach der Heimpleite gegen den 1. CfR Pforzheim. War das Team von Trainer Holger Ludwig im heimischen Etzwiesenstadion gegen Pforzheim noch völlig von der Rolle, boten die Schützlinge nun im Schwarzwald eine starke Vorstellung. Gründe dafür gibt es einige. So krempelte Ludwig seine Anfangsformation um. In der Abwehr vertraute er einer Dreierkette, die mit Patrick Tichy, Marc Bitzer und dem starken Michl Bauer das Grundgerüst für ein erfolgreiches Spiel hatte. Im zentralen Mittelfeld zog wieder der zuletzt angeschlagene Kapitän Oguzhan Biyik die Fäden, der mit Julian Geldner einen eifrigen Schaffer neben sich hatte. In der Offensive stellte Shqiprim Binakaj von Beginn an die Gastgeber vor einige Probleme.

Die in der badischen Presse angekündigte Torflut, die die Roten zu erwarten hatten, blieb aus. Villingen agierte zu harmlos gegen eine aufmerksame Backnanger Mannschaft. Schon nach zwei Minuten zeigten die Gäste den perplexen Gastgebern, was auf sie zukommen sollte. Ein weiterer Pass von Bauer landete bei Loris Maier, der die Kugel gekonnt übernahm und mit einem feinen Lupfer in die Strafraummitte zu Niklas Pollex den Führungstreffer vorbereitete. Pollex ließ FC-Keeper Andrea Hoxha keine Chance.

Die Backnanger waren gleich drin in der Partie. Villingen war geschockt. Nur vier Minuten später hatte Bauer nach einem Freistoß von Oguzhan Biyik eine Riesenkopfballchance, doch aus fünf Metern traf der aufgerückte Verteidiger nur den einheimischen Torhüter. Nach einer Viertelstunde fiel nach einem Konter der zu diesem Zeitpunkt nicht zu erwartende Ausgleichstreffer. Volkan Bak entwischte der TSG-Hintermannschaft und traf zum 1:1. Wieder mal ein überflüssiger Gegentreffer, den sich die Gäste nach einer Unkonzentriertheit einhandelten. Wer nun gedacht hatte, die Platzherren übernehmen das Kommando, sah sich getäuscht. Die Gäste gaben weiter den Ton an. Nach 20 Minuten hatte Loris Maier eine tolle Schusschance von der Strafraumgrenze, aber der Ball strich knapp am gegnerischen Kasten vorbei. Pollex hatte gleich zweimal aus der Distanz (35., 42.) einen weiteren Treffer auf dem Fuß.

Nach dem Wechsel musste Kapitän Biyik wegen Rückenbeschwerden gegen Louis Wiesheu ausgetauscht werden. Der fügte sich sofort nahtlos ins Backnanger Aufbauspiel ein und bot eine bemerkenswert souveräne Leistung. Die TSG knüpfte da an, wo sie vor dem Kabinengang aufgehört hatte. Die Abwehr stand sattelfest, in der Offensive hatten die Zuschauer immer das Gefühl, dass es einen weiteren Treffer für die Gäste geben wird. Einmal traf Mario Marinic in den Kasten (55.), doch wegen Abseits wurde der Treffer aberkannt. Vier Minuten später musste TSG-Schlussmann Marcel Knauß gegen einen anstürmenden Villinger Kopf und Kragen riskieren, um einen Gegentreffer zu verhindern. Mit einem Unentschieden hätten die Murrtaler bestimmt auch gut leben können, aber sie wollten mehr. Eine Minute vor dem Spielende gab es eine Ecke für die TSG. Die landete beim am langen Eck lauernden Loris Maier. Der donnerte die Kugel ins linke Tordreieck und der zweite Saisondreier der Backnanger war geschafft.

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Die Fußballer der TSG Backnang müssen weiter auf ihren ersten Heimsieg in der aktuellen Oberliga-Saison warten. Gegen den bisher noch punktlosen SV Oberachern reichte es der Etzwiesenelf im Nachholspiel nur zu einem enttäuschenden 1:1.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung vom 24.09.20 / Foto: Nico Schoch

Auch im vierten Heimspiel der Saison musste sich die Elf von Trainer Holger Ludwig mit einer Punkteteilung zufriedengeben. Allerdings konnten sich die TSG-Anhänger mit den Unentschieden gegen die Titelfavoriten aus Freiberg, Stuttgart und Ravensburg arrangieren, aber gegen das bisher noch punktlose Schlusslicht aus Oberachern hatten sich die Gastgeber mehr ausgerechnet. Es war gestern Abend für die Roten auch viel mehr drin gewesen als der eine Zähler.

Der TSG-Coach schenkte derselben Formation sein Vertrauen, die sich schon gegen Ravensburg ein 1:1 erkämpft hatte. In den ersten zehn Minuten gaben die Gäste aus Oberachern noch mächtig Gas, aber danach hatten die Hausherren das Geschehen auf dem Platz fest im Griff. Ein Kopfballtor von Mario Marinic (10.) wurde wegen einer angeblichen Abseitsstellung nicht gegeben. Nach einer Viertelstunde lupfte Niklas Pollex die Kugel von der Strafraumgrenze über den Querbalken. Drei Minuten später verpasste Loris Maier nach einem Querpass des starken Niklas Kalafatis aus sechs Metern den Führungstreffer. Die Gastgeber waren nah dran an einem Tor. Doch es dauerte bis zur 26. Minute, ehe Pollex aus 16 Metern unhaltbar zum 1:0 ins Gäste-Gehäuse traf. Vier Minuten später hatte Loris Maier aus kurzer Distanz die Riesenchance zu erhöhen, doch die Kugel flog am Ziel vorbei. Es war zum Haareraufen. Die Backnanger hatten Ball und Gegner im Griff, erspielten sich eine Reihe guter Möglichkeiten, aber das Runde wollte einfach nicht mehr ins Eckige.

So richtig bedient waren die TSG-Anhänger in der 39. Minute. Aus heiterem Himmel gelang Nico Huber nach einem Aussetzer in der Backnanger Hintermannschaft der Ausgleich. Mit betretenen Mienen ging es für die Schützlinge von Holger Ludwig zum Pausentee.

Mit viel Engagement bliesen die Platzherren in der zweiten Hälfte zum Angriff. Loris Maier machte den Anfang, doch in der 50. Minute drosch er den Ball aus zehn Metern über den Kasten. Die beste Chance zum erneuten Führungstreffer hatte fünf Minuten später Mario Marinic. Nach glänzender Vorarbeit von Loris Maier brauchte der TSG-Torjäger zum Abschluss eigentlich nur noch den Fuß hinzuhalten, doch aus fünf Metern knallte er das Leder über den Querbalken. Ungläubiges Kopfschütteln machte sich unter den TSG-Fans breit. Es war zum Verzweifeln, denn nach einer Stunde prallte ein Schuss von Kalafatis an den rechten Pfosten des Gästetores. In der Folge lief der Etzwiesenelf zusehends die Zeit weg. Marinic hatte in der 67. Minute noch einmal eine gute Chance, die abermals vergeben wurde. Eine Viertelstunde vor Schluss hätte es im Kasten der Hausherren beinahe geklingelt, aber Torhüter Marcel Knauß klärte spektakulär gegen den durchgebrochenen Rayan Ghrieb.

Alle Bemühungen der Mitstreiter um Backnangs Kapitän Oguzhan Biyik blieben letztlich umsonst. Die Gastgeber mussten sich einmal mehr fehlende Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor gefallen lassen. An Kampf- und Einsatzwillen hat es den Backnangern sicher nicht gemangelt und spielerisch waren die Roten ihrem Gegner klar überlegen.

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